Ein Lotsenturm als Luxushotel

In Sichtweite der Karniner Brücke bzw. deren Überresten in der Mitte der Peene, steht der Lotsenturm auf Usedom. Er ist fünf Jahre Jünger als die Hubbrücke Karnin und wurde 1938 eingeweiht. Allerdings wurde ihm ein ähnlich tragisches Schicksal zuteil, wie der 1945 aus Kriegsgründen zerstörten Brücke über der Peene.

Der Lotsenturm wird nach 1945 obsolet

Während des Zweiten Weltkriegs herrschte ein reger Schiffsverkehr, die Peene wurde als Transportweg für zahlreiche Güter – vor allem aus dem landwirtschaftlichen Sektor – genutzt. Auch Brenn- und Baustoffe wurden über den Wasserweg transportiert. Alles sah nach einer rosigen Zukunft aus, aber für den Lotsenturm kam kurze Zeit nach Kriegsende auch das Aus. Es fuhren einfach keine Schiffe mehr die Peene entlang.

Der Turm wurde obsolet und nur noch sporadisch für andere Zwecke genutzt. So nistete sich zunächst der Seehydrographischen Dienst der DDR in dem Turm ein, später benutzte die NVA den Turm gelegentlich bei Schießübungen als Signalstation. 1988/89 wurde der Turm renoviert.

Luxushotel für Zwei

2007 bekam der seit fast zwanzig Jahren ungenutzte Turm eine neue Bestimmung. Die Architektin Heike Wittenbeche und ihr Mann hatten schon länger den Traum, einen Leuchtturm zu erwerben und diesen dann bewohnbar zu machen. Eigentlich sollte dieser an der Nordsee stehen, aber als die beiden herausfanden, dass der Lotsenturm auf Usedom zum Verkauf steht, schlugen sie zu.

Heute befindet sich in dem komplett renovierten Turm ein kleines Luxushotel für zwei. Drei Zimmer stehen den Gästen zur Verfügung, neben Whirlpool, Minibar und großem Fernseher werden die Besucher auch von der 22 m hoch gelegenen Außenterasse verwöhnt, die einen schönen Ausblick auf Peene und Usedom liefert.

Bild: Joachim Müllerchen CC-BY-SA 3.0