4. Tag: Mosta, Ta’ Qali und Mdina

Nach dem Frühstück habe ich Gerhild vom Hotel Kennedy Nova abgeholt und von dort sind wir zur Bushaltestelle Sliema Ferry gelaufen. Von dieser Haltestelle fahren auch die Foto Mosta Kuppelwenigen Querverbindungen. Die meisten Buslinien fahren von oder nach Valletta. Ich vermute, dass das auf dieser Insel, die etwa nur halb so groß wie Berlin ist, nicht anders organisierbar ist. Wir stiegen in die Linie 65 in Richtung Mdina ein, mit der wir nach Mosta fuhren. Mosta befindet sich in etwa in der Mitte der Insel und hat eine besondere Sehenswürdigkeit, den Dom. Der Dom hat die viertgrößte Kuppel der Welt, mit 42 m Innendurchmesser. Mich hat das sehr beeindruckt. Gerhild meinte, der Dom hätte sie sehr an das Pantheon in Rom erinnert. In einem Nebenraum der Kirche kann man eine Bombe sehen, die im 2. Weltkrieg von den Deutschen abgeworfen wurde. Die Bombe fiel während eines Gottesdienstes in die Kirche und wie durch ein Wunder explodierte sie nicht und es gab weder Tote noch Verletzte. Dieses Ereignis hat wohl die Gläubigkeit der Malteser noch verstärkt.

Nachdem ich relativ erfolglos versucht hatte, den Dom als Ganzes zu fotografieren, haben wir etwas in einem nahegelegenen Cafe getrunken und sind dann wieder zur Bushaltestelle marschiert, um mit der Linie 65 nach Ta‘ Qali weiterzufahren. Für die relativ kurze Strecke mussten wir wie zuvor auch 40 Cent berappen. Uns kam das erst etwas merkwürdig vor, da man für kurze Strecken sonst 15 Cent bezahlt. Anscheinend sind Fahrten mit den Querlinien aber immer teurer, heute hätte sich wohl ein Tagesticket gelohnt. Tages- oder Wochentickets lohnen in der Regel erst dann, wenn man sehr häufig fährt. Sonst rechnet sich das nicht.

Das Ta‘ Qali Crafts Village befindet sich auf dem Gelände eines früheren britischen Militärflughafens. Die Hallen, die seit damals übrig geblieben sind, werden heute von Kunsthandwerkern genutzt. Man kann dort nicht nur bei der Herstellung von Schmuck oder Glas zuschauen, sondern auch viele Souvenirs kaufen, die mir dort preisgünstiger erschienen als in Sliema oder Valletta. Beeindruckt war ich besonders von der Arbeit der Glasbläser. Mehrere von ihnen arbeiteten schnell nebeneinander an den Öfen und liefen kreuz und quer durcheinander. Ein Wunder, dass sie sich gegenseitig nicht mit dem heißen Glas berührt haben. Nachdem wir dann nicht widerstehen konnten, einige Kleinigkeiten käuflich zu erstehen, haben wir ein Kinnie getrunken und sind dann weiter nach Mdina gefahren. Für diese kurze Strecke mussten wir wieder 40 Cent bezahlen.

Der Bus hält vor den Toren der Stadt, in Mdina selbst gibt es nur für die ca. 400 Einwohner Autoverkehr. Um es vorweg zu sagen: Für mich ist Mdina von den Orten Maltas, die ich gesehen habe, am schönsten. In die alte Hauptstadt, die auf einem Hügel gelegen ist, gelangt man durch das Haupttor. Geht man durch Gassen Mdinas, könnte man meinen, hier sei vor mehreren Jahrhunderten die Zeit stehen geblieben. Da Mdina sozusagen komplett Fußgängerzone ist, fand ich es sehr schön, in dieser Atmosphäre einfach nur kreuz und quer zu laufen. Foto Gasse in Mdina Mdina hat auch einige Museen, wie z.B. das Dungeon, in dem mittelalterliche Folterszenen dargestellt werden, oder die Mdina Experience, eine Multivisionsshow über die Geschichte der Stadt. Wir hatten dafür leider nicht genügend Zeit und sind zum Fontanella Tea Garden gelaufen. Von dort hat man bei einem Stück leckeren Schokokuchen einen wunderschönen weiten Blick über Malta. Dort hätte ich stundenlang sitzen bleiben können.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt packte mich der Frust, so wenig Zeit zur Verfügung zu haben und überlegte ernsthaft, wann ich das nächste Mal nach Malta fahren sollte.

Gerhild und ich mussten uns allmählich von Mdina verabschieden und wir liefen wieder zurück zur Bushaltestelle. Diesmal erwischten wir einen Bus, der vom Fahrer innen liebevoll dekoriert war. Über der „Fahrerkabine“ befand sich eine kleine Nische, in der eine weiße Madonnenfigur eingebaut war. Sie wurde erleuchtet von einem alten Blinker. Richtig niedlich.

Am Abend trafen wir uns wieder zu viert und tauschten uns über die Erlebnisse des Tages aus. Andrea war etwas enttäuscht darüber, dass sie mit ihrem Sprachkurs nicht so schnell vorankam, wie sie es sich gewünscht hatte. Tanja erzählte ganz aufgeregt über ihre Busfahrt, bei der sie neben einer Scheibe saß, die irgendwie Bestandteil des Busses gewesen sein musste. Der Fahrkartenkontrolleur war cool, weil er die Fahrscheine mit seinen Zähnen durchriss und an einem seiner Körperteile besonderen gefallen fand. Ach ja, da fällt mir ein: schwarz fahren auf Malta ist sinnlos, denn man wird sehr häufig kontrolliert. Mir ist das bei mindestens jeder zweiten Fahrt passiert. Nun war schon der vierte Tag vorbei, kaum zu glauben.