Die Online Videotheken

Ich kann mich noch gut an meine ersten Videothekenbesuche erinnern, zunächst mit meinem Vater oder mit meiner Mutter, bis ich dann mit 16 endlich laut Videothekssatzung meine eigene Karte bekam und eigenständig leihen konnte. Das waren Ende der 1990er Jahre auch noch wirkliche Videotheken, die gerade einmal ein Jahrzehnt später reichlich antiquiert anmuten. Es gab zwar hinterher auch schon DVDs zu leihen – die aber nur ein ganzes Regal einnahmen. Beziehungsweise an dem einen Regal die Hälfte aller Reihen. Doch der Wandel vollzog sich schnell und die großen Videothekenketten stellten schnell auf die DVD um.

Heute gehe ich praktisch nicht mehr in die Videothek, da sie zu weit weg ist, vor allem, wenn man wegen eines bestimmten Filmes hin fährt und dieser dann schon komplett verliehen ist. Diese zwei Faktoren, lange Anfahrtswege und schlechte Verfügbarkeit, dürften mit der Grund sein, warum sich eine neue Art der Videothek herausgebildet hat: Die Online Videothek. Dabei gibt es hier zwei verschiedene Arten von Online Videotheken. Zunächst wären da Portale, welche Video on Demand anbieten. D. h., Sie wählen online einen Film aus und dürfen diesen in der Regel einen Tag lang auf Ihren PC oder über eine Mediabox auf den Fernseher streamen.

Die zweite Möglichkeit entspricht praktisch dem klassischen Ausleihen, Sie erhalten nämlich ein physisches Medium und zwar per Post. Bei den verschiedenen Anbietern können Sie sich eine Wunschliste zusammenstellen und bei den einzelnen Filmen Prioritäten einstellen. Ein Film mit einer höheren Priorität wird Ihnen dann früher zugesandt. Bei aktuellen Topfilmen kann es aber auch mal etwas dauern, bis die Disc in einer Papierhülle im Briefkasten liegt. Dafür ist die Rückgabe genauso unkompliziert wie der Empfang, einfach den Umschlag wieder zu kleben, in den Briefkasten und auf den nächsten Film warten. Mit VHS wäre das wohl nicht gegangen.