Vereinte Tierschützer – eine Utopie?

Tierschutz. Aber für welches Tier soll ich Spenden?

Wenn man im Sommer bei gutem Wetter durch die Innenstadt einer etwas größeren Stadt läuft, stellen sich einem mehrere Fragen: Sind wirklich so viele Tiere vom Aussterben bedroht? Sammeln nur so viele Einzelorganisationen für Tiere in Not? Oder wenn ich mich für ein Tier entschieden habe, für das ich spende, was halten dann Amnesty International, Free Tibet, Ein Herz für Kinder und all die anderen Organisationen, welche die Fußgängerzone bevölkern davon?

Seien wir ehrlich, Tierschutzorganisationen haben es nicht leicht. Klar, WWF hat einen guten Ruf und ist für die Masse der Bevölkerung ein Synonym für Artenschutz, aber darüber hinaus? Tierschützer werden oft als sonderbare Menschen angesehen. In Filmen und Fernsehserien werden sie entweder als weltfremde Alt-Hippies oder als radikale Quasi-Paramilitärs, die lieber einen Menschen töten als ein Tier sterben sehen, gezeichnet. Und mit Sicherheit gibt es aus beiden Lagern auch in der Realität solche Tierschützer, ob es die Regel ist, wage ich zu bezweifeln.

Stattdessen sind die Tierschützer, die ich auf der Straße sehe ganz normale Menschen, die engagiert für die Tiere eintreten. Doch leider liegt hier auch das Problem: Wenn ich auf 500 Meter Innenstadt von 20 verschiedenen Vereinen angesprochen werde, die eine Tierart schützen wollen, bin ich etwas überfordert. Welches Tier hat mein Geld mehr verdient? Und warum wird man direkt als Tierfeind angesehen, wenn man sich nicht informieren lassen möchte? Vielleicht wäre es besser, wenn innerhalb einer Stadt sich die Tierschutzvereine vereinigen und gemeinsam für das Wohl der ihnen am Herzen liegenden Tiere eintritt und die Leute so nicht vergrault, weil unzählige „Vertreter“ um Spenden bitten. Vermutlich wird dies durch Animositäten und Machtkämpfen zwischen den Vereinen nur ein Traum bleiben. Denn auch Tierschützer sind letzten Endes nur eines: Menschen 😉

Bild: Moni Sertel / pixelio.de